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Cover - Stephan Bindella - Greenlove

INFOS

Release Date:
07. November 2014

Track Listing:
1. Beautiful Mess
2. A Night To Remember
3. Say
4. Brothers and Sisters
5. Stronger Love
6. 7000 Miles
7. I’m Not Afraid Any More
8. Baptize Me
9. Take Control
10. Chasing Ghost
11. Closer to Truth

Stephan Bindella / Greenlove

Eigentlich schienen Karriere und Glück Stephan Bindella in die Wiege gelegt. Papa Rudi führt in der heimischen Schweiz ein gut geöltes, seit mittlerweile mehr als hundert Jahren in Familienhand liegendes Großunternehmen aus Gastronomie, Weinbau und Immobilenhandel, von seinen vier Söhnen haben drei Wirtschaft studiert und sind somit gerüstet, den Karren bis weit ins 21. Jahrhundert zu ziehen.

 

Drei von vier Söhnen. Alle bis auf Stephan.

 

Der stand schon als kleiner Junge eher auf Gitarre und Schlagzeug, schlug sich so tapfer wie erfolgreich durch Nachwuchswettbewerbe und ließ schließlich als Teenager die Sekundarschule sausen, um sich ganz auf seine Karriere als Musiker zu konzentrieren. Leider orientierte er sich auch danach an den Biografien seiner Helden: Zweifel, Exzess, ein inniger Flirt mit dem inneren Ruin. Doch was ein echter Lebenskünstler ist, der kommt noch aus dem tiefsten Tal gestärkt zurück. Bindella verarbeitete seine Erfahrungen in einem ersten Album, das in Los Angeles aufgenommen, aber letztlich nie veröffentlicht wurde. Erst eine überraschende Begegnung sollte wieder richtig Schwung in die Kiste bringen: Bindella hatte sich nach einem Showcase in Berlin gerade wieder an die Überarbeitung seiner Songs gemacht, als er im Juli 2010 auf Alex Grob traf, seines Zeichens Nenas Ex-Manager und somit ein alter Hase im Geschäft.

 

„Dass ich Alex Grob kennen gelernt habe, hat in meinem Leben extrem viel verändert,“ findet Bindella große Worte. „Nachdem wir begonnen hatten, zusammen zu arbeiten, erkannte ich, dass ich mich zunächst einmal weiter entwickeln musste. Er half mir, immer mehr an mir zu arbeiten und nicht in einer Traumwelt zu leben, sondern mich der Wirklichkeit zu stellen. Das brachte mich Stückchen für Stückchen voran.“

 

Von da an nahm die ganze Sache zügig Fahrt auf. Bindella ging zunächst nach Nashville, wo er dem Sänger und Musiker Judson Spence begegnete und in einem ersten Schritt mit ihm gemeinsam neue Songs schrieb. Mit diesen zog Bindella dann weiter nach Hamburg, um dort mit Franz Plasa an neuen Stücken zu tüfteln und in dessen Home Studios nun endlich sein Debütalbum zu produzieren. Auch Plasa ist übrigens (gemeinsam mit Kollege Peter Hoffmann) als Autor des Falco-Klassikers „Mutter, der Mann mit dem Koks ist da“ ein Platz in der Geschichte deutschsprachiger Popmusik auf ewig sicher.

 

Und so ist „Greenlove“ denn auch ein Album geworden, dem man die Reife seiner Einflüsse ebenso anhört wie die ganz persönliche Lebensgeschichte, die Bindella durchgemacht hat. Vielleicht kein Song bringt das besser zum Ausdruck als das bittersüße „Beautiful Mess“, das Bindella fraglos aus gutem Grund gleich zu Beginn des Albums platziert hat: „How was I still living? / How was I not dying?” heißt es da etwa.

 

„Ich finde es extrem schön und wichtig, in allem Leiden auch das Positive zu suchen und trotzdem komplett ehrlich zu sein. Mir ist bewusst, dass ich froh sein kann, so leben zu können, wie ich es jetzt tue. Im Grunde ist es ein Wunder.“

 

Und auch wenn sich viele Songs auf „Greenlove“ um die Thematik drehen, wie man seines Geschicks wieder Herr wird, so kommt doch lange nicht jedes Stück mit so viel Gewicht auf den Schultern daher – viele sind einfach pures Vergnügen! Etwa die erste Single „A Night To Remember“, eine sorgenfreie Tanznummer über die perfekte Partynacht; der soulige Rocker „7000 Miles“, durch den ein Hauch von Lenny Kravitz weht; der kuschelige Sommer-Song „ Closer To Truth“; oder der Pophit „Say“ mit seinen Anklängen an Train und, dank Bindellas wundem Falsett, auch ein wenig Coldplay.

 

Und was hält die nahe Zukunft für Stephan Bindella bereit? An Ideen mangelt es jedenfalls nicht – und auch eine recht überraschende ist dabei: „Früher wollte ich mit dem Unternehmen meiner Familie nichts zu tun haben – das hat sich in den letzten drei Jahren geändert, und tatsächlich arbeite ich nun auch auf das Ziel zu, selbst ein eigenes Lokal zu übernehmen. Vor allem aber möchte ich Musik machen, meine Möglichkeiten positiv nutzen und so das Beste aus meinem Leben machen.“

 

Kein Wunder: Nach einem langen, verstolperten Anfang hat Stephan Bindellas Karriere als Musiker im Grunde gerade erst so richtig begonnen.




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