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Eigentlich sollte Ferhats EP „Turkish Delights“ sich primär um die Themen Erotik und Islam drehen. Doch durch die jüngsten politischen Ereignisse haben seine durchaus ‚delikaten türkischen Angelegenheiten’ fast von selbst eine unerwartete Wendung genommen ... Ferhats verspielter Global-Pop hat seine gute Laune deswegen zwar noch lange nicht an der Passkontrolle abgegeben, aber seine Songs handeln jetzt nicht mehr nur von Liebe und Religion, sondern auch von Revolution und davon, wie sich Istanbul derzeit verändert.

 

Tanzbare und mutige Tracks sind nun entstanden, die kein Blatt vor den Mund nehmen und beweisen, dass man nicht vorhandene Pressefreiheit kritisieren und trotzdem verdammt viel Spaß haben kann. Sein erstes Demo wurde im Rahmen des Schweizer M4Music Festivals in der Kategorie „Best Pop“ nominiert und Deichkind-Mitglied Björn Beneditz, den er während seines Kunststudiums kennenlernte, sicherte ihm Support für die kommenden Live Auftritte zu. Ohne auch nur einen Hauch von Berührungsängsten pickt er sich die Kirschen aus den so unterschiedlichen Welten: Istanbul, Berlin und Zürich – hedonistische Partykultur vs. gezügelte Sinnlichkeit hinter geschlossenen Vorhängen.

 

Diese Parallelwelten zu verschmelzen, stachelt ihn an, er will die Moschee ins Berghain bringen und umgekehrt: „Offen sein bedeutet nicht nur theoretische ‚political correctness’, sondern eben auch, alles mitnehmen und auf nichts verzichten zu müssen“, grinst er und widmet sich voll und ganz seiner „musikalischen Vermittlungsarbeit“. Mit halbnackten Körpern und reduziert-vertracktem Beat bringt der Clip zu „Pehlivan“ Ferhats „Turkish Delights“ eindeutig auf den Punkt und bricht dabei nicht nur Tabus, indem der traditionelle türkische Männer-Ringsport zu einer ganz schön prickelnden Angelegenheit erklärt wird, sondern weist dabei auch auf ein besonders heikles Thema hin: Homosexualität im Islam.

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