
Coco and the Lost
Coco and the Lost ist das Projekt einer Künstlerin, die Pop als erzählerisches Medium versteht: verspielt, filmisch und emotional vielschichtig. Aufgewachsen in einem kreativen Umfeld, in dem Musik allgegenwärtig war, entwickelte Coco früh ein Gespür für Geschichten, Charaktere und Stimmungen. Ihr Vater arbeitete als Toningenieur und Produzent, wodurch sie schon als Kind Einblicke in Studiosessions bekam und Künstler:innen aus nächster Nähe erlebte. Trotz dieses frühen Zugangs verlief ihr Weg zur eigenen Musik nicht geradlinig. Coco bewegte sich zunächst durch verschiedene kreative Disziplinen: von Tanz und Schauspiel über Comedy Writing bis hin zu Copywriting, das ihren präzisen Umgang mit Sprache nachhaltig prägte. Songs schrieb sie lange im Verborgenen. Erst während des Lockdowns kehrte sie zurück ins Elternhaus und begann, gemeinsam mit ihrem Vater erste Demos aufzunehmen. Aus dieser Phase entstand nicht nur ihr künstlerischer Durchbruch, sondern auch eine neue Form der Verbindung zwischen ihnen.
Ihr Sound speist sich aus einer Vielzahl an Einflüssen: klassische Musicals treffen auf modernen Pop, cineastische Bildwelten auf introspektives Songwriting. Künstlerinnen wie Lady Gaga stehen dabei ebenso Pate wie bildende Künstlerinnen und Filmemacher - von Tracey Emin über Louise Bourgeois bis hin zu David Lynch. Diese Mischung spiegelt sich in ihrer Arbeit wider: Coco erschafft keine einzelnen Songs, sondern Welten.
Brighton, wo sie heute lebt, prägt ihre künstlerische Identität zusätzlich. Die lebendige, unterstützende Szene aus Musiker:innen und Künstler:innen bietet einen fruchtbaren Nährboden für ihren kreativen Austausch und ihre Entwicklung.
Das Debütprojekt von Coco and the Lost, “Modern Lover Girl”, entstand innerhalb von rund sechs Monaten - zunächst ungeplant, dann zunehmend als zusammenhängendes Werk erkennbar. Was als lose Sammlung von Ideen begann, entwickelte sich zu einem Konzeptalbum über Identität, mentale Zustände und die Suche nach Verbindung. Ausgangspunkt war eine fast abstrakte Idee - eine Liebesgeschichte mit einem Roboter - die sich im Prozess in etwas zutiefst Persönliches verwandelte: ein Narrativ über Kontrollverlust, Selbstfindung und Heilung durch echte zwischenmenschliche Nähe.
Cocos Songs funktionieren wie einzelne Szenen: fragmentarisch, emotional aufgeladen und offen für Interpretation. Ihre Texte bewegen sich zwischen Humor und Verletzlichkeit, oft mit einem bittersüßen Unterton. Auch wenn sie manchmal aus der Perspektive von Figuren schreibt, bleibt ihre Musik letztlich autobiografisch - "even when I think it’s not", so Coco. Sie selbst beschreibt ihre künstlerische DNA als "surreal, cinematic, fun, bittersweet and introspective" - ein Spannungsfeld, das sich durch ihr gesamtes Schaffen zieht.
Mit ihren bisherigen Releases deutet Coco and the Lost bereits an, wohin die Reise geht: in einen Raum, in dem Pop nicht nur Oberfläche ist, sondern ein vielschichtiges Erlebnis - zugänglich und gleichzeitig tiefgründig. Für Coco and the Lost beginnt Kunst dort, wo sie nicht mehr vollständig erklärbar ist, sondern etwas in uns auslöst.
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