
12.03.2026
ZUSTRA: I Am Water
Sie könnte den nächsten James-Bond-Song schreiben, Stadien füllen oder Seefahrer in die Fluten becircen: So zumindest lautete die internationale Kritik zur kroatisch-deutschen Songwriterin ZUSTRA. Nachdem ihre letzte Single „River“ als Filmmusik für den Amazon-Prime-Erotikthriller UN/DRESSED ausgewählt wurde, ist die Künstlerin nach zweijähriger Pause nun zurück mit großem Wurf: dem Titeltrack ihres kommenden Albums „I Am Water“, das diesen Sommer erscheint. Das 6-Minuten-Stück ist ein Epos über Einsamkeit in der Welt und gleichzeitig die unentrinnbare Verbundenheit mit ihr – etwas, das vermutlich viele angesichts der politischen Lage fühlen. „Drink from me“, heißt es im Song, „there's enough for everyone – is there enough for everyone?“, und es klingt wie der Soundtrack zum Klimawandel ebenso wie die vertonte Suche nach einem Platz unter Menschen. ZUSTRA singt darin mit ihrer Sirenen-Stimme tatsächlich aus der Perspektive von Wasser – wann hat man im Pop zuletzt so ein lyrisches Ich gehört? Da kommen sicherlich die weiteren Fähigkeiten von Ariana Zustra zum Tragen, die neben der Musik tätig ist als Journalistin (Preisträgerin des International Music Journalism Award des Reeperbahn Festivals), Schriftstellerin („Tot oder lebendig“, nominiert für den Deutschen Popliteraturpreis 2024) sowie Dozentin für Medienwissenschaft an den Universitäten Konstanz und Tübingen. Für den Song hat sie sich ebenfalls prämierte Unterstützung ins Boot geholt: Der britische Produzent Simon Ralph Goff hat u.a. zwei Grammys im Regal stehen für die Filmmusik gemeinsam mit Hildur Guðnadóttir zu „Joker“ mit Joaquin Phoenix. Auch „I Am Water“ ist cinematisch: Es beginnt als leises Kammerspiel zu dunklem Klavier, steigert sich mit Streichquartett in ein Liebesdrama, und gipfelt dann ab der Hälfte in einem Arthouse-Actionfilm mit Drums, Synths und elektronischem Showdown. „You are merely mortal – and I can never die“, singt ZUSTRA. Man muss es so sagen: Großes Kino!