
07.08.2026
ZUSTRA: It's All Been Done Before
Huch, sind die 2000er zurück? Zumindest weckt die neue Single „It’s All
Been Done Before“ von ZUSTRA eine wohlige Nostalgie für den Indie-Rock
der Nullerjahre. Überraschend ist das allemal: Bisher war die
Songwriterin vor allem für ihren sphärischen Dream-Pop bekannt, der eher
an den Soundtrack eines James-Bond-Films oder an unendliche Weiten
denken lässt als an verschwitzte Garagen. Umso erfrischender knallt nun
diese Post-Punk-Energie in unseren viel zu heißen Sommer.
Die Musikerin, die bereits mit Florence + the Machine (SPIEGEL) und The
xx (Musikexpress) verglichen wurde, bricht darin nonchalant mit den
Erwartungen an ihren Epos-Pop-Sound. Stattdessen zeigt sie eine lässige,
humorvolle Schlagseite. „I was made of soil, I guess that is why I'm
dirty in the head“, singt sie über eine passenderweise dirty Gitarre,
bevor im Refrain das Schlagzeug lospoltert. „It’s All Been Done Before“
klingt so rau und direkt und dabei verspielt, als hätten die Arctic
Monkeys mit Bat for Lashes auf einer Schnitzeljagd heimlich einen Hidden
Track aufgenommen.
Für ZUSTRA selbst fügt sich dieser Track durchaus in ihr Schaffen. Als
Musikjournalistin, die unter anderem für den Rolling Stone geschrieben
hat, hört sie seit jeher die unterschiedlichsten Genres – und ist als
Musikerin von ihnen geprägt, erzählt sie. „Den Indie-Rock der 2000er
habe ich natürlich auch gefeiert. In meinem Jugendzimmer liefen Franz
Ferdinand, Bloc Party und Interpol rauf und runter“, sagt sie. Und
ergänzt lachend: „Wenn erst Portishead oder Massive Attack laufen und
dann plötzlich das Intro von ‚No One Knows‘ von Queens of the Stone Age
ballert, kann man auf jeden Fall gut seine Eltern erschrecken!“
Auch textlich kommt die Single mit Augenzwinkern daher: ZUSTRA
offenbart, dass sie sich sehnlichst einen Esel wünscht und gesteht, bei
der Steuererklärung zu weinen. So ganz Lo-Fi bleibt der Song aber nicht,
in der Bridge öffnet sich der Sound doch noch in für ZUSTRA typische
transzendente Ebenen. Damit knüpft sie an ihre zuletzt zunehmend
gegenwartskritischen Lyrics an und verbindet Retro-Vibe mit einem ganz
eigenen Blick auf unsere Zeit. Während im Internet die
Dreamcore-Ästhetik trendet, bei der die Gen Z in den unbeschwerten
Zeiten ihrer Kindheit schwelgt, entwirft ZUSTRA mit ihrer neuen Single
einen ganz eigenen Dreamcore.
Nach dem radiotauglichen „Down with the World“ und der zärtlichen
Ballade „Lullaby for Laing“, die sie gemeinsam mit ANIQO und Joanna
Gemma Auguri aufgenommen hat, ist „It’s All Been Done Before“ der letzte
Vorbote ihres zweiten Albums „I Am Water“, das am 28. August erscheint.
Diese Single lässt bereits erahnen, wie vielseitig sich „I Am Water“
entfalten wird.
https://bfan.link/it-s-all-been-done-before