ZUSTRA:  Lullaby for Laing (feat ANIQO & Joanna Gemma Auguri)

10.07.2026

ZUSTRA

ZUSTRA: Lullaby for Laing (feat ANIQO & Joanna Gemma Auguri)

„Schlaf, Kindlein, Schlaf“ und „La, Le, Lu“ sind wohl die bekanntesten
deutschen Schlaflieder für Kinder. Aber warum gibt es eigentlich keine
für Erwachsene? Das dachte sich vermutlich die Songwriterin und Autorin
ZUSTRA. Während sie sich bisher mit epischem Indie-Pop einen Namen
gemacht hat, der als James-Bond-Song taugen würde (Poule d’Or),
Seefahrer in die Fluten verführen (YHHTMP) oder gar ins Stadion locken
könnte (tip Berlin), klingt sie auf ihrer neuen Single „Lullaby for
Laing“ so intim wie nie. Man könnte auch sagen: Statt Kino nun
Kammerspiel.

Und während ihr Song „River“ 2024 tatsächlich als Filmmusik für den
Thriller „UN/DRESSED“ auf Amazon Prime ausgewählt wurde, widmet sich ihr
neustes Lied den Filmen, die nachts im Kopf ablaufen – und die einen
nicht schlafen lassen. „Dear friend“, lautet darin die Ansprache,
persönlich wie nie, „I would gather every tiny bit of each moment when
you laugh and make a blanket out of it“. An wen sind diese zärtlichen
Zeilen adressiert? „Ein Freund, der Musiker und Produzent ist, hat mir
vor Jahren erzählt, dass er kaum mehr schläft. Das allein hatte mich
schon besorgt, aber als er dann auch noch gesagt hat, dass er aufgehört
hat zu singen und es auch nie wieder vor hat, war es, als wäre ein Licht
erloschen.“ Die Idee wuchs heran zu einem Schlaflied für Erwachsene, die
von Sorgen nachts wach gehalten werden. Ein Thema, das in einer Zeit, in
der viele Menschen mit Angst, Erschöpfung und innerer Unruhe leben, eine
besondere Resonanz bekommt.

Ein wenig episch ist das Ganze dann doch geworden, denn produziert hat
den Song niemand Geringeres als Simon Ralph Goff, der für seine Arbeit
an der Filmmusik von „Joker“ mit Joaquin Phoenix zwei Grammys im Regal
stehen hat. Klavier, Violine und Cello ergeben in „Lullaby for Laing“
einen in der Tat traumhaften Torch Song für Freunde. Und weil es sich
gemeinsam besser Beistand leistet, hat ZUSTRA die Berliner Künstlerinnen
ANIQO und Joanna Gemma Auguri für Backing Vocals eingeladen. Eine
stimmige Wahl, bewegt sich der Sound der beiden Gast-Sängerinnen ähnlich
wie ZUSTRA eher auf der dunklen Seite des Mondes. Dies führte Auguri
unter anderem auch zu einer Zusammenarbeit mit Dark-Pop-Priesterin
Keeley Forsyth.

Wann hat man zuletzt die Kraft von Frauenstimmen so vertont gehört wie
auf dieser Single? Man denkt an Warpaint, das A-cappella-Kollektiv
BODIES von Kat Frankie, oder vielleicht The Staves. „I want to become
the holy night for you“ singt ZUSTRA ebenso zärtlich wie eindringlich,
und ANIQO und Joanna Gemma Auguri harmonisieren. Das ist so schön, dass
man eventuell doch nicht einschlafen kann. Aber Trost vor der Welt
findet man allemal.